Die Kraft der Stauden

Heute war ich in einem Kundengarten, in dem ich gemeinsam mit den Gartenbesitzern am 28. April diesen Jahres Stauden gepflanzt habe.

Es ist beachtlich, was die Stauden in den letzten vier Monaten geschafft haben. Und dieser Sommer war dank langer Hitze und Trockenheit nicht ohne Herausforderungen. Es ist schön, ein abgeschlossenes Projekt zu besuchen und zu sehen, wie die Planung aufgeht und sich darüber zu freuen, dass die Kunden und der Gärtner zufrieden sind.

Der Garten wurde komplett neu gestaltet und im letzten Herbst gebaut. Die Gehölze haben wir im Dezember gepflanzt. Die Ligusterhecke, die normalerweise eine schöne ruhige dunkelgrüne Kulisse bildet, wurde unlängst kräftig zurückgenommen und muss erst wieder durchtreiben.

Da wo früher Rasen war ist nun eine zentrale Staudenfläche mit einem Hochbeet aus Trockenmauern hinter dem sich ein neuer zweiter Sitzplatz anschließt. Hier sitzen die Gartenbesitzer nun auf Augenhöhe mit den Stauden und schauen den Hummeln und Bienen auf den Stauden zu. In diesem Bereich wurden Stauden verwandt, die Trockenheit vertragen. Die Stauden sollten zudem den Geruchssinn und den Tastsinn ansprechen sowie ganzjährig etwas fürs Auge bieten. Dieser Bereich wird durch zwei Kieswege erschlossen. Der gesamte Garten ist nun diagonal angelegt und gewinnt dadurch und durch die Wegeführung sowie das Hochbeet an Größe. Es gibt selbst in diesem kleinen Garten nun unterschiedliche Räume und abwechslungsreiche Blickbeziehungen.

An der Schmalseite des Hause gibt es noch einen Hofbereich der mit seinen schattenverträglichen Stauden nun eine sehr ruhige Atmosphäre ausstrahlt und nun auch Aufenthaltsqualität hat. Im äußeren Bereich des kleinen Gartens zur Hecke und zum Nachbarn hin gibt es weitere Staudenpflanzungen, die das Thema der zentralen Staudenfläche aufgreifen und varieren. Hier sind auch Pflanzen wie Miscanthus oder Amsonia gepflanzt, die erst nach einigen Jahren ihren Habitus entwickelt haben. Dann übernehmen Sie auch eine Sichtschutzfunktion.

Ich bin gespannt, wie sich der Garten weiter entwickelt und in ein, zwei Jahren aussieht. Dann werden die Gehölze langsam Fahrt aufnehmen und wachsen. Im Herbst werden wir Geophyten ergänzen, um auch im zeitigen Frühjahr schon einen Blühhöhepunkt zu haben.

Hamburg

Ende Oktober waren wir einige Tage in Hamburg.

Neben ausgiebigem Sightseeing in der Stadt, gutem Essen und schönen Abenden stand natürlich auch der Besuch einiger der zahlreichen Grünanlagen und Parks in Hamburg auf dem Programm.

Einen ganzen Tag haben wir im Arboretum Ellerhoop-Thiensen verbracht. Ein lohnenswertes Ziel, das immer schon auf unserer Liste stand aber für einen Tagesausflug dann doch zu weit weg ist. Jetzt im Spätherbst konnten wir quasi als Zugabe noch die fantastische Herbstfärbung vieler Gehölze erleben – zumal wir einen Tag mit herrlichem Wetter und kaum Besuchern erwischt haben.

Neben der umfangreichen dendrologischen Sammlung gibt es zahlreiche Schaugärten. Hier konnte ich zahlreiche Ideen für meine Gartenprojekte sammeln und auch einen guten Vergleich von Theorie und Praxis der Gartengestaltung erfahren. Bücher, Vorträge und Seminare sind ein Baustein, Gartenreisen ein wichtiger weiterer Bestandteil meiner Weiterbildung im Bereich Gartengestaltung.

Ein Highlight ist in meinen Augen die Taxodiumpflanzung im großen See im hinteren Bereich des Arboretums.

Aber auch die Nachbildung eines echten Mammutbaumes die begehbar ist und in die ein lebender Mammutbaum gepflanzt wurde ist beeindruckend.

Einen weiteren Tag haben wir im Tierpark und Tropenaquarium Hagenbeck verbracht. Hier waren wir vor Jahren schon einmal und konnten nun sehen, welche Veränderungen es gegeben hat. Allein das Tropenaquarium lohnt einen Besuch. Wir haben mehrere Stunden darin verbracht.

Der Tierpark ist in eine wunderschöne Parklandschaft eingebettet. Höhepunkte hier das „neue“ Eismeer mit den Walrossen und immer noch das historische Afrikapanorama. Der alte Eingang ist erhalten geblieben, nun leider abseits vom neuen Eingangsbereich.

Während unseres Aufenthalts in Hamburg zog Sturmtief Herwart über den Norden Deutschlands hinweg. Eine Konsequenz: In Norddeutschland wurde der gesamte Bahnverkehr eingestellt und wir mussten einen Tag länger in Hamburg bleiben. Aber was heißt mussten. Wir konnten in unserem Hotelzimmer bleiben, problemlos den Zug auf den folgenden Tag umbuchen und auch zu Hause ließ sich alles regeln. Also: Ein geschenkter zusätzlicher Tag in dem ich mir unter anderem die Parkanlage Planten un Blomen angesehen habe.

Das weitläufige Areal in den Wallanlagen besteht aus zahlreichen unterschiedlichen Garten- und Parkbereichen, die es zu entdecken gilt. Bemerkenswert ist zum Beispiel der Japanische Garten aber auch die Gewächshäuser des ehemaligen Botanischen Gartens. Geprägt wird das Gelände auch durch zwei Gebäude. Das Radisson Blu Hotel und den fast 280 Meter hohen Heinrich-Hertz-Turm. Spiegelt sich das Hochhaus im See des Japanischen Gartens so findet der Fernsehturm in den Becken der Wasserkaskaden sein Spiegelbild – dieses wird aufgegriffen durch die zahlreichen runden Formen in diesem Gartenteil.

Frühling 2017

Ohne viele Worte Impressionen aus dem Frühling 2017

Jahresausklang

31. Dezember. Das Jahr geht zu Ende. Dennoch, der Garten hat noch so viel zu bieten. Es hat Frost gegeben und Raureif. Da freue ich mich, dass ich noch nicht alles zurück geschnitten habe. Vieles ist wie überzuckert oder bietet in der tiefstehende Wintersonne einen schönen Anblick. Die Staudensonnenblumen und auch die hohen Rudbeckien haben den nassen Schnee im November gut überstanden. Auch Eupatorium und Phlomis machen noch eine gute Figur.

Einer meiner Lieblinge ist Dipsacus fullonum, die Wilde Karde. Ganzjährig schön und die Vögel habe im Winter eine scheinbar ergiebige Nahrungsquelle. Immer wieder kann ich zum Beispiel Stieglitze an den Fruchständen beobachten.

Wintergrüne Stauden, ein Thema, mit dem ich mich noch ausgiebiger beschäftigen muss. Sie bieten auch dann noch etwas für das Auge, wenn alles andere vergangen ist.

Meine Staudenkombination vor der Himalaya Birke gefällt mir immer noch gut. Hier Miscanthus sinensis ‚Graziella‘ und Sedum x ‚Matrona‘. Die Ramblerrose Perennial Blue ist die einzige, die noch Hagebutten hat. Alle anderen sind bereits von den Amseln geplündert. Auch Ilex und Co. stehen ohne Früchte da.

Schön anzuschauen ist auch noch der Vorgarten. Im kommenden Jahr möchte ich die ein oder andere Pflanze austauschen. Mein Garten ist ja auch immer mein Experimentierfeld. Hier kann ich Erfahrungen sammeln, Plfanzen und Kombinationen ausprobieren.

Schön ist die Kombination Sporobolus heterolepis ‚Cloud‘ und Allium spaerocephalon. Dauerhaft schön ist das Gras Sesleria autumnalis. Allerdings nimmt unser Hausbaum immer mehr Raum ein. So werden sich die Standortverhältnisse auf Dauer doch etwas verändern und die Pflanzung weiter angepasst werden müssen.

Damit nun genug für 2016. Allen Lesern wünsche ich einen guten Rutsch und ein glückliches und gesundes neues Jahr.

Piet Oudolf

2012 hatte ich meine erste Begegnung mit Piet Oudolf. Gar nicht weit weg von uns, im Maximilianpark in Hamm, entstanden 2010 und 2011 zwei große Staudenpflanzungen nach den Plänen des weltweit bekannten Gartenplaners.

Mindestens einmal im Jahr kommt der Niederländer nach Hamm, um mit der verantwortlichen Landschaftsarchitektin Petra Rieke-Schrewe „seine“ Pflanzung zu besuchen. Dabei wird genau betrachtet, was sich innerhalb der Staudenpflanzung im vergangenen Jahr getan hat. Bei Bedarf wird eingegriffen indem zum Beispiel Pflanznachbarn bedrängende Stauden zurückgenommen oder „nicht funktionierende“ Pflanzbereiche umgestaltet werden.

Wenn es sich einrichten lässt, fahre ich jedes Jahr zu diesen Terminen. Dabei kommt man dann auch leicht ins Gespräch. Man merkt sie Piet Oudolf an, die Liebe zu den Pflanzen. Mehr zu Formen als zu Farben. Bei seinen Planungen hat er das ganze Jahr im Blick. Gerade der Herbst- und Winteraspekt ist wichtig. Strukturstarke Stauden bilden das Gerüst für ganzjährig attraktive Pflanzungen.

Die beiden Pflanzbereiche sind sehr unterschiedlich. Der nördliche Teil, StaudenKunst, liegt sonnig mit wenigen Gehölzen und auf leicht ansteigendem Gelände. Der hintere, südliche Teil, NaturGestalten, liegt schattig bis halbschattig mit zum Teil großen Bäumen innerhalb der Pflanzungen – eher untypisch für Piet Oudolf. Aber, die Bäume waren eher da und durften bleiben.

Leitstauden im Bereich StaudenKunst sind Inula magnifica ‚Sonnenstrahl‘, abgelöst im Jahresverlauf durch Eupatorium maculatum oder auch Thalictrum rochebrunianum. Der Blick hat Halt und wird durch die Pflanzung geführt. Aspektbildende Gräser sind hier u. a. Achnatherum calamagrostis, Dechampsia cespitosa ‚Goldtau‘ oder auch Molinia arundinacea ‚Transparent‘.

Zunächst zurückhaltender, im Detail aber mindestens genauso beeindruckend der Bereich NaturGestalten. Halt gibt wiederum ein Eupatorium. Bei den Gräsern sind es aber nun Miscanthus sinsensis ‚Ferner Osten‘ und Spodiopogon sibiricus die in diesem Fall sowohl Struktur als auch Dynamik liefern. Sporobolus heterolepis besticht durch seinen einmaligen Duft und Hakonechloa macra schafft luftige Wellen im Schatten. Dazwischen ein eher gedeckt gehaltener Staudengenuss.

Schwierig der Bereich direkt unter den großen Gehölzen. Wacker schlägt sich hier zum Beispiel Trachystemon orientalis. Nicht vergessen darf man allerdings, dass die öffentliche Anlage sehr gut gepflegt wird und dazu gehören auch bei Bedarf regelmäßige Wassergaben.

Mein Angebot

Gerne beantworte ich weitergehende Fragen zur Pflanzung oder zu den verwendeten Arten und Sorten. Auf Wunsch führe ich auch persönlich durch die Pflanzungen. Dazu bitte ich um Kontaktaufnahme.

Der Privatgarten von Anja und Piet Oudolf in Hummelo

In diesem Sommer konnte ich dann endlich einmal den Privatgarten von Anja und Piet Oudolf von Anja und Piet Oudolf in Hummelo besuchen. Glücklicherweise waren an dem Tag auch beide daheim. Die Gärtnerei ist seit einigen Jahren geschlossen. Teile des Mutterpflanzenquartiers sind noch vorhanden. Hier ist auch das neue Wohnhaus entstanden. Architektonisch streng aber doch niederländisch. Geben im alten Teil des Gartens die Formschnitthecken den Staudenbeeten Halt, so ist es hier die Architektur des neuen Gebäudes. Die Pflanzungen sind wunderbar. Hier kann man den naturnahen Ansatz Oudolfs wahrscheinlich am ehesten erfahren. Es gibt Bereiche, in denen offensichtlich experimentiert wird, Pflanzungen, die seit Jahren zu funktionieren scheinen. Im Garten taucht man ein in die Welt der Stauden. Dynamik, Kraft, Farbe, Form, Duft.

Mein Angebot

Ihnen gefallen die Pflanzungen von Piet Oudolf? Sie möchten auch eine ansprechende Staudenpflanzung in Ihrem Garten haben? Kein Problem, ich helfe Ihnen dabei. Schauen Sie in der Rubrik staudenkinder oder nehmen sie direkt Kontakt mit mir auf.