Vorfreude auf das neue Gemüsegartenjahr

Gestern war die diesjährige Dreschflegel Lieferung in der Post. Dreschflegel, das ist ein Zusammenschluss von Menschen auf im Moment 15 Höfen, die sich der Vermehrung und Züchtung biologischen Saatguts angenommen haben. Das Angebot ist sehr vielfältig. Es umfasst neben vielen alten Sorten auch Neuzüchtungen. Immer aber ist es für den eigenen Nachbau geeignet.

Einer der Höfe ist ganz in unserer Nähe bei Telgte im Münsterland: Der Demeterhof von Jens Eichler. Von ihm kommt zum Beispiel der Eissalat Rossia, mit dem ich selber auch sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Im vergangenen Jahr konnte ich auf dem Hof von Jens Eichler an einem Workshop zur Saatgutgewinnung teilnehmen. Ein ganz besonderes Erlebnis, zu sehen und zu erfahren, wie biologisches Saatgut angebaut wird. Die viele Handarbeit und das eingesetzte Wissen und Engagement ist schon beeindruckend. So bekommt man noch einmal einen völlig neuen Bezug zum Samentütchen und in diesem Jahr ist für mich die Lieferung daher noch wertvoller.

Der Workshop wird auch in diesem Jahr wieder angeboten. Organisiert und durchgeführt durch die Regionalgruppe Münster der Gesellschaft der Staudenfreunde.

Winterernte

Auch Ende Februar müssen wir nicht auf frisches Gemüse aus dem eigenen Garten verzichten. Noch ist es kalt und die Möhren und Pastinaken treiben nicht durch. Bevor nun hoffentlich bald der Frühling kommt, müssen die letzten Früchte allerdings so langsam aus der Erde. So gab es am Wochenende Grünkohl sowie Lauch, Möhren und Pastinaken.

Der Porree ‚Blaugrüner Winter‘ ist damit der Gewinner in Sachen längste Kultur: Ende Februar 2015 im Haus vorgezogen und immer noch 6 Pflanzen im Beet. Die Stangen haben sich gut aber teilweise sehr unterschiedlich entwickelt. Seit einigen Jahren kommt über den Lauch ein Gemüseschutznetz. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.

Pastinaken kommen auch immer gut über den Winter. Inzwischen ziehen sie durch den gesamten Garten. Falls sie sich den falschen Platz ausgesucht haben, wandern sie wie ihre Verwandten aus dem Gemüsebeet in die Küche. Wenn nicht, ist der Doldenblütler im zweiten Jahr ein imposanter Anblick im Sommer.

 

Saisonstart im Gemüsegarten

Das letzte Wintergemüse ist noch in der Erde, da beginnt der Start der neuen Saison im Gemüsegarten. Eines unserer Lieblingsgemüse möchte so früh wie möglich in die Erde, die Dicke Bohne (Vicia faba), auch Saubohne, Pferdebohne oder Puffbohne genannt. Empfohlen wird eine noch frühere Aussaat, ruhig schon im Februar. Da die Puffbohne leider gerne von der Schwarzen Bohnenlaus (Aphis fabae) heimgesucht wird, verschafft man ihr durch die frühe Aussaat einen zeitlichen Vorteil. Gänzlich vermeiden konnte ich den Befall durch die Bohnenlaus allerdings noch nie. Im Frühsommer werden die befallenen Triebe ausgeknipst und auf die biologische Schädlingsbekämpfung durch Marienkäfer und Co. gesetzt.

Zur Aussaat im März sieht der Gemüsegarten immer noch wild und ungepflegt aus. In diesem Jahr kommt hinzu, dass ich leider einen Teil der Buchsbaumumrandung entfernen musste, da er von einer Pilzinfektion betroffen war. Ein ordentlich vorbereitetes Beet ist dann allerdings umso schöner. Ich lege die Puffbohnen im Abstand von zehn Zentimetern ca. 5 – 8 cm tief. Die Reihen haben einen Abstand von 30 cm. Um den Abstand zwischen den einzelnen Bohnen möglichst gleichmäßig zu halten, schneide ich mir ein Stöckchen in entsprechender Länge. Und da der Gärtner werktags im Büro sitzen muss, werden auch schon einmal Handschuhe getragen, damit die Kunden und Kollegen nicht ganz so erschrecken…

Damit ich in den nächsten Jahren noch weiß, was auf welchem Beet war, mache ich mir in einem Beetplan immer entsprechende – grobe – Notizen. So kann ich die nötige Fruchtfolge einhalten.

In diesem Jahr habe ich die folgenden Sorten der Dicken Bohne gelegt.

Aus eigenem Saatgut: Karmesin und Dreifach Weiße sowie Osnabrücker Markt und Frühe Weißkeimige von unserem Lieblingssaatgutversender Dreschflegel.

Weitere Informationen zur Dicken Bohne bieten zum Beispiel die folgenden Internetseiten:
Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V.
Wildfind.com zum Thema Puffbohne

Bohnen, Bohnen, Bohnen

Heute habe ich mich endlich der Bohnen erbarmt. Seit Monaten stehen sie herum und warten darauf, gedöppt zu werden. Hier die Ausbeute des letzten Jahres:

Zuckearfen sind natürlich keine Bohnen, sondern Zuckerschoten.

Hochsommer im Gemüsegarten

Im Juli gerät der Gemüsegarten schon einmal etwas aus den Fugen. Die Einjährigen versuchen, das Regiment zu übernehmen. Die Erbsen sind wieder deutlich höher, als die dafür vorgesehene Befestigung.

Die Dicken Bohnen sind Geschichte und machen dem Grünkohl Platz. Nachdem wir eine sehr gute Erdbeerernte hatten, habe ich zwei Reihen ‚Senga Sengana‘ aus dem Vorvorjahr entsorgt und nun Fenchel als Nachkultur gepflanzt.

Seit nunmehr drei Wochen hat es nicht geregnet. Da hilft nur Gießen.